
Formen und Trennmittel |
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Formenmaterial kommen Gips, Holz, Hartfaser, Resopal, Metall, Glas, Polyäthylen,
Silikonkautschuk, vorzugsweise aber Polyester selbst in Frage. Die Wahl des Formenmaterials richtet sich nach der Formgebung des Werkstückes sowie nach der Stückzahl der zu entformenden Teile. Gipsformen scheiden für einen häufigeren Gebrauch wegen ihrer geringen Stabilität und Oberflächengüte aus. Für mehrere Entformungen sind Formen aus Hartfaserplatten oder Holz durchaus geeignet. Größere Serien werden am besten in Polyesterformen (evtl. auch Metallformen) hergestellt. Das Formenmaterial sollte eine möglichst glatte, porenfreie Oberfläche aufweisen. Aus diesem Grund sind einfache oder kunststoffbeschichtete Hartfaserplatten für plane oder eindimensional gewölbte Formen besser geeignet als z. B. Holz. Für kompliziertere Formen muß man dagegen ein beliebig formbares Material wie Holz oder Gips verwenden. Oftmals wird es nicht möglich sein, gleich eine Negartivform aus Gips zu modellieren. In einem solchen Fall muß man zunächst ein Urmodell (Positiv) anfertigen, das in Form und Oberflächenbeschaffenheit genau dem herzustellenden Gießling oder Laminat entspricht. Selbstverständlich kann man auch einen bereits fertigen Gegenstand als Urmodell benützen und davon in Gips oder Polyester eine Negativform abnehmen. Auf diese Weise lassen sich sehr einfach Duplikate (z. B. Reliefduplikate) herstellen. Im allgemeinen werden Formen für das Handauflegeverfahren laminiert, während Formen für das Gießverfahren gegossen werden. Beim Gießen einer Form können, bedingt durch den relativ hohen Schwund der Polyesterharze, oft Schwierigkeiten auftreten, derart, daß die Form auf das Urmodell aufschumpft und dieses sich nicht mehr aus der Form lösen läßt bzw. die Form Risse bekommt. In solchen Fällen ist die Verwendung von Epoxydharz zu empfehlen, das praktisch schwundfrei aushärtet. Ein für Gießformen ebenfalls sehr gut geeignetes Formenmaterial ist kalt vulkanisierbarer Silikonkautschuk (weitgehend selbsttrennend) oder die günstigere Variante PU-Formbaumasse (immer Trennmittel erforderlich). Diese Materialien haben den Vorteil, nach dem Aushärten elastisch zu bleiben, so daß selbst Gießlinge mit Hinterschneidungen ohne Schwierigkeiten hergestellt werden können. Bei Verwendung dieser Materialien ist besonders darauf zu achten, daß sie immer nur von oben auf das Urmodell gegossen und mit Hilfe eines Pinsels in kleine Vertiefungen hineingearbeitet werden, da sonst Luftblasen die unvermeidliche Folge sind. Silikonkautschuk wirkt übrigens wie Polyäthylen selbsttrennend, so daß sich die Anwendung eines Trennmittels erübrigt. Folien aus Polyäthylen sind allerdings für das Abdecken von Polyestergießlingen oder Laminaten nicht geeignet, da sie sich leicht kräuseln. Hierfür verwendet man Hostaphan-Folie. Bei der Herstellung von Positiv-Formen ist zu beachten, daß diese eine Konizität von mindestens 5° aufweisen müssen, um Entformungsschwierigkeiten zu vermeiden. Formen für Laminate mit Hinterschneidungen oder für geschlosssene Hohlkörper müssen selbstverständlich zwei- oder mehrteilig gebaut werden. Um die Form vom Urmodell lösen zu können, ist diese mit einem geeigneten Trennmittel zu behandeln. Trennmittel für Polyester sind Trennlack und Trennsalbe. Der Trennlack ist eine wäßrige Lösung von Polyvinylalkohol und muß nach dem Auftragen mit Pinsel, Schwamm oder Spritzpistole ca. 1/2 Stunde trocknen. Es bleibt ein dünner Film zurück, der beim Entformen meist zerstört wird und dann entweder abgezogen oder mit warmen Wasser abgewaschen werden kann. Trennlack wird vor allem bei porösen Oberflächen (Gips, Holz) und bei großflächigen Formen angewandt. Bei porösen Flächen muß er so oft nacheinander aufgetragen werden, bis eine geschlossene, porenfreie Fläche entsteht. Die Trennsalbe ist eine Lösung eines temperaturbeständigen Hartwachses, die mit einem Lappen dünn aufgetragen wird. Für komplizierte Formen ist sie auch als Trennspray in Sprühdosen lieferbar. Nach dem Abdunsten des Lösungsmittels (nach 1-2 Minuten) bleibt eine dünne, matte Trennschicht zurück, die eine gleichmäßig matte Laminatoberfläche ergibt. Soll die Oberfläche glänzend sein, kann die Trennsalbe auf Hochglanz poliert werden. Besonders geeignet ist die Trennsalbe für porenfreie Oberflächen (Glas, Metall, Polyester). Die Wachsschicht bleibt nach dem Entformen weitgehend erhalten und braucht nicht nach jeder Entformung erneuert zu werden. Um Entormungsschwierigkeiten zu vermeiden, werden Trennlack und Trennsalbe auch häufig kombiniert. Bei porösen Oberflächen wird auf eine mehrmalige Lackierung mit Trennlack zusätzlich noch eine Wachsschicht aufgetragen. Die Oberflächenqualität von Holz- oder Gipsform läßt sich allerdings durch vorheriges Versiegeln mit einem Zwei-Komponenten-Lack noch wesentlich verbessern. Auch die Entformung wird dadurch erheblich erleichtert. Die Oberfläche wird dann behandelt wie die einer Polyesterform. Obwohl bei Polyesterformen Trennsalbe genügt, ist es bei großflächigen Formen zweckmäßig, auf die unpolierte Wachsschicht zusätzlich noch Trennlack (also in umgekehrter Reihenfolge wie bei porösen Formen) aufzutragen. ![]() |
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