Herstellung des
Harz-Ansatzes

Gießverfahren

Handauflegeverfahren

Entformen

Nachhärtung,
Tempern, Endhärte

Nachbearbeitung
und Verbindung
von Einzelteilen

Formen / Trennmittel

Mechanische, chemische, thermische, elektrische Eigenschaften

Physiologische
Eigenschaften Vorsichtsmaßnahmen
Lagerung

Härtungssysteme

Zusatzstoffe, Verdünnungsmittel

Harzverbrauch


Nachbearbeitung und Verbindung von Einzelteilen


Bei einwandfreier Form bedürfen Polyesterteile im allgemeinen kaum einer weiteren Nachbehandlung. Lediglich der Laminatrand, der meist nicht sauber hergestellt werden kann, wird mit scharfer Säge und Feile begradigt und geglättet. Weist die Formoberfläche dagegen Mängel auf und lohnt es sich nicht (z. B. für ein Einzelstück) diese Mängel restlos zu beseitigen, so arbeitet man im allgemeinen ohne Feinschicht und schafft sich die gewünschte Oberfläche durch Nachbearbeitung (z. B. beim Bau einer einzigen Autokarosserie).

Die Oberfläche wird dann zuerst durch Schleifen aufgerauht und von Trennmittelresten befreit, anschließend mit Spachtelharz verspachtelt, nochmals geschliffen und abschließend lackiert. Für die Lackierung können sowohl handelsübliche Ein-Komponentenlacke
(z. B. Autolacke) als auch vorteilhaft Zwei-Komponentenlacke verwendet werden. Ebenso verfährt man bei Oberflächen, die sich nach dem Entformen als nicht ganz gelungen erweisen. Im übrigen läßt sich ausgehärtetes Polyestermaterial bohren, gewindeschneiden, schleifen, feilen, lackieren, polieren.

Statt Gewinde zu schneiden ist es aber vorteilhafter, Schrauben oder Muttern mit Schrauben gleich in das Laminat mit einzuarbeiten, durch Unterlagscheiben die Zugkräfte möglichst weitgehend zu verteilen und diese Stellen besonders zu verstärken. Solche einlaminierten Muttern oder Schraubenköpfe halten einer wesentlich höheren Zugbelastung stand als Polyestergewinde, die verhältnismäßig leicht ausbrechen.



Die werkstoffgerechte Verbindung von Einzelteilen ist das kleben. Die beiden Laminathälften werden aufeinandergepaßt, in entsprechender lage fixiert und auf der Rückseite durch Aufkleben mehrerer Lagen Glasmatte oder Glasseidenstreifen längs der Nahtlinie miteinander verbunden. Damit die Nahtstelle die gleiche Festigkeit wie das Laminat erhält, sollte die rückseitige Verbindung so stark sein wie das Laminat selbst ( a, b).
Zu berücksichtigen ist, daß sich die Glasmatte schlecht um scharfe Kanten legt; deshalb ist bei rechten Winkeln die schwere Glasseide vorzuziehen. Ganz allgemein sollten aber bei der Verarbeitung glasfaserverstärkter Kunststoffe scharfe Kanten, Ecken und Winkel möglichst vermieden oder wenigstens durch Ausfüllen mit Glasfaserklebeharz abgrundet werden (c).



Bei allseitig geschlossenen Hohlkörpern (wie z. B. Flugmodellrümpfen oder Schaufensterbüsten), bei denen ein von außen aufgeklebter Gewebestreifen störend wirken würde, hilft man sich durch einen kleinen Kunstgriff:
Auf einer glatten gewachsten Unterlage tränkt man einen Gewebestreifen mit katalysiertem Harz der, sobald er genügend ausgehärtet aber noch nicht völlig hart ist, entformt wird. Mit der rauhen klebrigen Seite wird er dann mit Harz an die Innenseite (Laminatrückseite) der einen Laminathälfte geklebt und evtl. mit Wäscheklammern fixiert. Und zwar so, daß der Streifen etwa 1 cm über den Laminatrand hinausragt. Nach dem Aushärten wird das Gegenteil damit verbunden (d).

Eleganter, aber auch im Formenbau schwieriger, jedoch für größere Stückzahlen vorzuziehen ist es, die beiden Laminathälften von vornherein aufeinanderpassend (etwa wie eine Dose mit Deckel) herzustellen und nachträglich nur noch zu verkleben (e).


Zu beachten ist, daß die Verstärkung der Nahtstelle möglichst immer auf der noch leicht klebrigen Laminatrückseite aufgetragen wird, da nur diese Klebrigkeit einen homogenen Verbund sicherstellt. Auf klebfreien (z. B. getemperten oder mit Deckschichtharz oder Zwei-Komponenten-Lack bestrichenen) Flächen sowie auf der glatten Laminatvorderseite haftet frisch aufgetragenes Polyesterharz nur sehr schlecht. Klebfreie Flächen müssen daher erst gründlich angeschliffen werden. Außerdem ist für die Verklebung in diesem Fall bei dem die Klebung nicht auf einer chemischen Bindung, sondern nur auf Adhäsion beruht, die Verwendung unseres Klebeharzes erforderlich.
Bei extremen Beanspruchungen der Klebestelle wird man allerdings besser noch Epoxydharz verwenden ( vgl. Eigenschaften und Anwendungen von Epoxydharzen).
Das gleiche gilt für den nachträglichen Einbau von Verstärkungen u. ä.

 

  10. August 2006
Hallo