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Bei einwandfreier Form bedürfen Polyesterteile im allgemeinen kaum
einer weiteren Nachbehandlung. Lediglich der Laminatrand, der meist
nicht sauber hergestellt werden kann, wird mit scharfer Säge und
Feile begradigt und geglättet. Weist die Formoberfläche dagegen
Mängel auf und lohnt es sich nicht (z. B. für ein Einzelstück)
diese Mängel restlos zu beseitigen, so arbeitet man im allgemeinen
ohne Feinschicht und schafft sich die gewünschte Oberfläche
durch Nachbearbeitung (z. B. beim Bau einer einzigen Autokarosserie).
Die Oberfläche wird dann zuerst durch Schleifen aufgerauht und
von Trennmittelresten befreit, anschließend mit Spachtelharz
verspachtelt, nochmals geschliffen und abschließend lackiert.
Für die Lackierung können sowohl handelsübliche Ein-Komponentenlacke
(z. B. Autolacke) als auch vorteilhaft Zwei-Komponentenlacke verwendet
werden. Ebenso verfährt man bei Oberflächen, die sich nach
dem Entformen als nicht ganz gelungen erweisen. Im übrigen läßt
sich ausgehärtetes Polyestermaterial bohren, gewindeschneiden,
schleifen, feilen, lackieren, polieren.
Statt Gewinde zu schneiden ist es aber vorteilhafter, Schrauben oder
Muttern mit Schrauben gleich in das Laminat mit einzuarbeiten, durch
Unterlagscheiben die Zugkräfte möglichst weitgehend zu verteilen
und diese Stellen besonders zu verstärken. Solche einlaminierten
Muttern oder Schraubenköpfe halten einer wesentlich höheren
Zugbelastung stand als Polyestergewinde, die verhältnismäßig
leicht ausbrechen.
Die werkstoffgerechte Verbindung von Einzelteilen ist das kleben. Die
beiden Laminathälften werden aufeinandergepaßt, in entsprechender
lage fixiert und auf der Rückseite durch Aufkleben mehrerer Lagen
Glasmatte oder Glasseidenstreifen längs der Nahtlinie miteinander
verbunden. Damit die Nahtstelle die gleiche Festigkeit wie das Laminat
erhält, sollte die rückseitige Verbindung so stark sein wie
das Laminat selbst ( a, b).
Zu berücksichtigen ist, daß sich die Glasmatte schlecht um
scharfe Kanten legt; deshalb ist bei rechten Winkeln die schwere Glasseide
vorzuziehen. Ganz allgemein sollten aber bei der Verarbeitung glasfaserverstärkter
Kunststoffe scharfe Kanten, Ecken und Winkel möglichst vermieden
oder wenigstens durch Ausfüllen mit Glasfaserklebeharz
abgrundet werden (c).
Bei allseitig geschlossenen Hohlkörpern (wie z. B. Flugmodellrümpfen
oder Schaufensterbüsten), bei denen ein von außen aufgeklebter
Gewebestreifen störend wirken würde, hilft man sich durch
einen kleinen Kunstgriff:
Auf einer glatten gewachsten Unterlage tränkt man einen Gewebestreifen
mit katalysiertem Harz der, sobald er genügend ausgehärtet
aber noch nicht völlig hart ist, entformt wird. Mit der rauhen
klebrigen Seite wird er dann mit Harz an die Innenseite (Laminatrückseite)
der einen Laminathälfte geklebt und evtl. mit Wäscheklammern
fixiert. Und zwar so, daß der Streifen etwa 1 cm über den
Laminatrand hinausragt. Nach dem Aushärten wird das Gegenteil damit
verbunden (d).
Eleganter, aber auch im Formenbau schwieriger, jedoch für größere
Stückzahlen vorzuziehen ist es, die beiden Laminathälften
von vornherein aufeinanderpassend (etwa wie eine Dose mit Deckel) herzustellen
und nachträglich nur noch zu verkleben (e).
Zu beachten ist, daß die Verstärkung der Nahtstelle möglichst
immer auf der noch leicht klebrigen Laminatrückseite aufgetragen
wird, da nur diese Klebrigkeit einen homogenen Verbund sicherstellt.
Auf klebfreien (z. B. getemperten oder mit Deckschichtharz oder Zwei-Komponenten-Lack
bestrichenen) Flächen sowie auf der glatten Laminatvorderseite
haftet frisch aufgetragenes Polyesterharz nur sehr schlecht. Klebfreie
Flächen müssen daher erst gründlich angeschliffen werden.
Außerdem ist für die Verklebung in diesem Fall bei dem die
Klebung nicht auf einer chemischen Bindung, sondern nur auf Adhäsion
beruht, die Verwendung unseres Klebeharzes
erforderlich.
Bei extremen Beanspruchungen der Klebestelle wird man allerdings besser
noch Epoxydharz
verwenden ( vgl. Eigenschaften und Anwendungen von Epoxydharzen).
Das gleiche gilt für den nachträglichen Einbau von Verstärkungen
u. ä.
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